Dazu möchte ich heute gerne mal anstelle eines Fachartikels meine persönlichen Erfahrungen mit Euch teilen.

Wenn ich morgens aufstehe und runter in die Küche gehe, sehe ich ihre große, graue Silhouette schon durch die Glastüre schimmern. Freudig und erwartungsvoll wedelt mein Hundemädchen mit ihrer Rute hin und her. Ich öffne die Türe und spüre unmittelbar eine warme, sanfte Hundeschnauze an meiner Hand. Ich beuge mich zu ihr runter, küsse ihren Nasenrücken, knete ihre samtweichen Schlappohren und kraule anschließend ausgiebig ihren Bauch. 

Wir beide genießen unser festes Morgenritual.

Manchmal ist Lily auch schon im Garten, wenn ich von oben runterkomme. Ich halte dann automatisch inne und schaue mich suchend nach ihr um. Sekunden später sehe ich dann schon, wie sie freudig angetrabt kommt. Alles was bis eben im Garten noch total spannend war, wird uninteressant, sobald sie mich wittert.

Wir beide können stundenlang miteinander schweigen und fühlen uns doch so nah. Auf unseren ausgedehnten Spaziergängen genießen wir die Natur bei Wind und Wetter. Wir sind beide nicht aus Zucker und die frische Luft um die Nase tut uns beiden nach den vielen Stunden im Homeoffice einfach nur gut. Ich liebe es, wenn sie im hohen Gras springt und ihre Ohren nur so flattern. 

Auch als Kollegin schätze ich Lily sehr. Sie weiß, wann es Zeit ist, mal wieder aufzustehen und fordert mich nach zu langem Sitzen beharrlich auf, mich mal wieder zu bewegen. Am liebsten ist es ihr, wenn ich ihr dabei den kleinen Ball zuwerfe oder mit ihr Fußball spiele. Schläft sie dann irgendwann wieder, lausche ich ihren tiefen und gleichmäßigen Atemzügen oder ihrem lauten Schnarchen. Beides beruhigt mich irgendwie.

Sie kann noch so tief schlafen, wenn ich mir aber die Schuhe anziehe, springt sie auf und schaut mich erwartungsvoll an. Es könnte ja sein, dass ich die Leine hole, um noch eine Runde mit ihr um die Häuser zu ziehen.

Ich hätte nie gedacht, dass ein Hund so viel mit mir macht. Sie spürt intuitiv, wenn es mir nicht gut geht. Sie gibt mir ein Gefühl von Nähe und Geborgenheit, indem sie ihren warmen Körper an mich schmiegt. 

Ich sehe die Bilder aus der Ukraine, Menschen, die mit fast nichts aus ihrer Heimat flüchten und ihre Tiere über schmale Fluchtstege tragen.  Sie schlafen lieber im Freien, als ihre Tiere im Stich zu lassen. Alte Menschen, die zwar ihren Partner verloren haben, aber dennoch nicht alleine sind. Kinder, die es nicht einfach haben, ihr Haustier aber ein wahrer Schatz für sie ist. 

Wenn ich jetzt die Frage beantworte, wie sich Tiere auf uns und unsere Psyche auswirken, so möchte ich gerne Folgendes behaupten: 

Tiere sind heilsam und Balsam für unsere Seele. Sie spüren wie niemand sonst, wie es uns wirklich geht. 

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