Auszeit am Meer

          Ist Achtsamkeit nicht das Gleiche wie Aufmerksamkeit?

Worin genau liegt der Unterschied?

Wenn wir etwas im Außen aufmerksam beobachten und uns mit einer Thematik beschäftigen, dann sprechen wir von Aufmerksamkeit.

Das kann bewusst und unbewusst geschehen. Wir können uns nicht immer selbst entscheiden, ob wir eine Objekt, ein Geräusch oder einen Geruch in unserem Umfeld in den Fokus rücken oder nicht. Die äußeren Reize sind oft so stark und intensiv, dass wir uns diesen nicht entziehen können. Wir entscheiden meistens spontan und automatisch, ob wir etwas angenehm oder unangenehm finden.

Unangenehm kann beispielsweise das laute Telefonat unserer Kollegin, die penetranten Ausdünstungen anderer Fahrgäste in der Bahn, der bittere Geschmack von kaltem Kaffe und das grimmige Gesicht unserer Vermieterin sein.

Als angenehm empfinden wir oft ein gutes Parfüm, ein schönes Kleidungsstück oder das Lächeln eines Kindes.

Alle Eindrücke werden demnach von uns unmittelbar kategorisiert und bewertet. Wir entscheiden somit bewusst und unbewusst, ob wir etwas haben wollen oder nicht.

Wir leben selten den wahren Moment. Wenn wir uns nicht gerade einer Bewertung unterziehen, verlieren wir uns in Erinnerungen an die Vergangenheit oder sorgen uns, was die Zukunft bringt.

Meistens sind diese Gedanken und Bewertungen noch zu allem Übel negativ behaftet. Wir ärgern uns noch Wochen über das, was jemand zu uns gesagt hat und malen uns in Horrorszenarien aus, wie das nächste Gespräch mit dem Examann oder der Chefin verlaufen wird.

Dank innovativer Technologien sind wir immer und überall erreichbar und zunehmend Multitasking unterwegs.

„Wie oft schauen Sie am Tag auf Ihr Handy?“

Dieses kleine Multitalent pflegt unsere Freundschaften in sozialen Netzwerken, zählt zuverlässig unsere Schritte und sagt uns das Wetter für die nächste Woche voraus. Der integriertem i-pod ermöglicht uns die völlige Abschottung und sorgt dafür, dass uns nur ja niemand anspricht. Wir sind mit allem beschäftigt nur nicht mit uns selbst.

Es verwundert uns, wie schnell die Zeit vergeht und wir fragen uns immer öfter, wann hatte ich zuletzt ein richtig intensives Erlebnis oder wann war ich das letzte Mal richtig glücklich?

Mal völlig abschalten, fällt uns zunehmend immer schwerer.

Kein Wunder, dass wir bei diesem Tempo zu wenig vom wahren Leben mitbekommen.

Früher oder später bleibt nicht nur der Seelenfrieden auf der Strecke, sondern auch unsere GESUNDHEIT. Stress sorgt für Schlaf- und Verdauungsprobleme und manchmal muss erst ein Tinnitus herbei, der uns die Schranken weist.

Bei der Achtsamkeit nehmen wir eine spezifische Haltung ein. Diese beinhaltet gerade die Absichtslosigkeit und das Nicht-Bewerten und im Hier und Jetzt zu verweilen, also den Moment zu spüren und zu leben.

Mit Achtsamkeit richten wir unsere Aufmerksamkeit nach innen. Nehmen  ohne zu werten bewusst wahr, was in unserem Körper, Geist und um uns herum passiert. Wir werden still und beobachten. Wir lassen einfach alles geschehen.

Wir lassen los!

Wie das geht? Ganz einfach!

Sie brauchen nichts außer sich selbst und können diese Übung immer und überall ausführen.

Setzen Sie sich entspannt hin und atmen Sie 4 Atemzüge durch die Nase ein. Halten Sie dann den Atem für 7 Sekunden lang an. Genießen Sie diesen Moment der Atemstille. Sie sind nun im Hier und Jetzt. Danach atmen Sie 8 Atemzüge wieder aus. Durch die Einatmung nehmen Sie Energie auf, durch die Atempause kommen Sie bei sich an und durch die Ausatmung lassen Sie allen Ballast los.

Diese kleine Übung können Sie so oft wiederholen, wie Sie möchten. Sie können Sie problemlos und unauffällig in Ihren Alltag integrieren und setzen somit den ersten Schritt in ein bewussteres und achtsameres Leben.

Achtsam zu sein ist also gar nicht so schwer. Sie werden sich mit der Zeit immer schneller merken, wann Sie diese kleine Auszeit brauchen und anfangen wieder intensiver und erfüllter zu leben.

„Glück ist keine große Sache, sondern sind vielmehr die kleinen Momente, die einen glücklich machen.“

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen gutes gelingen und sage einfach mal bis bald.

2 Comments

  • Liebe Silke,

    vielen Dank für diesen tollen Artikel. Achtsamkeit ist so wichtig in unserem Leben und wird leider total vernachlässigt. Ich selbst habe mir angewöhnt vormittags am Schreibtisch zwischendurch durchzuatmen und 10 zu meditieren. Das wirkt Wunder und ich fühle mich direkt ruhiger und ausgeglichener.
    Viele liebe Grüße,
    Sandra

    • Liebe Sandra,

      wir unterschätzen oft die Kraft des Augenblicks. Manchmal reicht es schon das Fenster zu öffnen, den Blick einfach mal in die Natur zu richten und ein paar tiefe Atemzüge zu nehmen. Oft ist das schon der erste Einstieg in eine kleine Minimeditation. Prima, dass Du täglich 10 Minuten bewusst dafür einplanst. Diese regelmäßige Auszeit wird dich mit Kraft und Ausgeglichenheit mehr und mehr belohnen. Und der tolle Nebeneffekt ist, deine Mitmenschen werden unmittelbar von deiner Ruhe profitieren.

      Ich bedanke mich ganz herzlich für deine Zeilen.

      Ganz liebe sonnige Grüße
      Silke

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